Twittern ja, aber so nicht!

Flughafentour - am Frankfurter FlughafenFlughafentour - am Frankfurter Flughafen

Habt ihr auch schon mal an eurem Verstand gezweifelt? Oder euch zumindest gefragt, ob ihr unter schwerwiegenden Wahrnehmungsstörungen leidet? Mir ist es zuletzt auf einer Veranstaltung so gegangen. Es war eine Verbandsveranstaltung mit einem überschaubaren Teilnehmerkreis, als ich plötzlich den Tweet eines mir gut bekannten Menschen auf meinem Smartphone aufploppen sah – mit einigen Fotos der Veranstaltung, auf der ich gerade war. Nur: diesen Menschen sah ich nicht. Mein erster Gedanke: ich bin so überarbeitet, dass ich selbst die Leute, die mir eigentlich gut bekannt sind, nicht mehr erkenne, wenn sie mir im richtigen Leben begegnen. Aber auch ein unauffälliges Abscannen der Teilnehmer brachte nicht das gewünschte Ergebnis. Ich habe vor lauter Verwirrung dann auf den Tweet auch gar nicht reagiert, obwohl mein Account sogar einkopiert war.

Des Rätsels Lösung kam einen Tag später, auf meine Nachfrage hin: die Organisatoren wollten, dass der Verband sichtbarer wird und die Veranstaltungen eine Wirkung nach außen haben. Die Vorsitzende der Fachgruppe, die eingeladen hatte, hat zwar einen persönlichen Twitteraccount, den sie aber nicht aktiv betreibt und der entsprechend wenige Follower hat. Deshalb bat sie ein anderes Verbandsmitglied, das hier weitaus aktiver ist, einen Tweet abzusetzen. Die Fotos für diesen Tweet hat sie übermitteln.

Leute, wie bescheuert ist das denn?? Ich bin immer bereit, mir die Finger wund zu twittern, um die Botschaft einer Veranstaltung in die Welt zu tragen. Das heißt aber auch, dass die Organisatoren für jede Veranstaltung einen Hashtag kreieren und ihn gleich mit der Einladung, dann aber auch zu Beginn der Veranstaltung, mit der Begrüßung, kommunizieren – mit der direkten Aufforderung an die Anwesenden, die jeweilige Botschaft in die Welt zu tragen.

Auch der Verband selber hat einen Hashtag – den habe ich gefunden, als ich nach dem Verbandsaccount gesucht habe. Warum sollte man ihn auch nennen? Auch Twitteraccounts der einzelnen Fachgruppen könnte man ja in Betracht ziehen. Es braucht ja keine Rund-um-die-Uhr-Aktivität, aber zumindest bei eigenen Veranstaltungen könnte man ihn ja nutzen. Der Dachverband könnte die Tweets der Fachgruppen retweeten, und umgekehrt. Das könnte vielleicht auch die Verbundenheit der Mitglieder mit ihrem Verband stärken. Und stell dir mal vor, die wüssten sogar, welche ihrer Mitglieder twittern!

So hat nur der Dachverband den Fake-Tweet retweetet. Und ich falle vom Glauben ab.

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