Aalborg – zwischen Industriegeschichte und Streetart

Eine Verneigung von der Goldenen Zeitalter: ´Trine´ von Hopare - Streetart in AalborgEine Verneigung von der Goldenen Zeitalter: ´Trine´ von Hopare - Streetart in Aalborg

Mein erster Eindruck von Aalborg war eher ernüchternd. Auf der Fähre, von Göteborg aus, strahlte noch blauer Himmel über der spiegelglatten See, aber auf dem Weg von Frederikshavn Richtung Aalborg trübte sich das Wetter ein. Grauer Himmel, kühl, dann eine ungewohnt langweilige Bahnhofshalle und an der Wasserkante auf den ersten Blick nur heruntergekommene Industrieschlote. Wo bin ich hier nur gelandet? Ich erinnere mich daran, dass ich im vergangenen Jahr, nach dem Besuch einer Ausstellung zur Mode des dänischen Designers Nicholas Nybro im Designmuseum in Kopenhagen entschieden hatte, einmal nach Aalborg zu fahren. Dessen von Aalborg inspirierte Kreation war so außergewöhnlich und extravagant, dass meine Stippvisite in Aalborg unvermeidbar wurde. Und dann, nach einem kurzen Moment der Orientierung, ist der Funke auch ganz schnell übergesprungen. Was soll ich sagen? Aalborg ist eine der spannendsten Städte, die ich in letzter Zeit besucht habe. Zwischen prachtvoller Architektur, rauem Industriecharme und viel Streetart lässt es sich ganz vorzüglich aushalten.

Aus der Geschichte Aalborgs

Aalborg ist nach Kopenhagen, Aarhus und Odense die viertgrößte Stadt Dänemarks und zugleich Verwaltungssitz der Region Nordjütland. Die Stadt liegt am Limfjord, der in rund 35 Kilometern Entfernung die Verbindung zur Ostsee herstellt. Sie war schon im Mittelalter ein Handelsplatz und ein wichtiger Hafen für Schiffe auf dem Weg nach Norwegen.

Wasser und im Hintergrund Streetart: Am Limfjord in Aalborg

Wasser und im Hintergrund Streetart: Am Limfjord in Aalborg

Erste Siedlungsspuren sind über 1000 Jahre alt; erstmals erwähnt wurde Aalborg 1040. Das Wachstum der Stadt setzte 1516 ein. In diesem Jahr, bei dem man in Deutschland an den Mönch Gambrinus und das Reinheitsgebot für Bier denkt, bekam Aalborg das Monopol auf den Handel mit gesalzenem Hering.

Ein Bummel durch Aalborg

Das Zentrum von Aalborg ist recht klein. Man kann sich einfach durch die belebten Straßen treiben lassen und kommt quasi automatisch an allen Sehenswürdigkeiten vorbei, ohne danach zu suchen.

Der Garten von Kloster Aalborg steht für Besucher offen

Der Garten von Kloster Aalborg steht für Besucher offen

Kloster Aalborg geht auf das Jahr 1431 zurück, als die wohlhabende Maren Hemmings Ländereien für eine Einrichtung zur Pflege von Alten und Kranken stiftete. Das heutige Heiliggeistkloster gilt als älteste soziale Einrichtung Dänemarks. Das Kloster durchlebte eine wechselhafte Geschichte: als Kloster, Domschule, Krankenhaus, Lateinschule und als Zufluchtsort für eine Widerstandsgruppe im Zweiten Weltkrieg. Heute befinden sich im Kloster Seniorenwohnungen und manche Senioren haben sich vor dem Haus einen schattigen Platz zum Zeitunglesen gesucht. Als Besucherin kann ich mir den kleinen Garten anschauen.

Ganz in weiß: Der St. Budolfi-Dom in Aalborg

Ganz in weiß: Der St. Budolfi-Dom in Aalborg

Der St. Budolfi-Dom stammt aus dem 15. Jahrhundert – auffällig schon durch den weiß getünchten Backstein. St. Botholphus war ein englischer Benediktinermönch und wird als Schutzheiliger von Reisenden und Seefahrern verehrt. Eine erste steinerne Kirche gab es vermutlich bereits Ende des 14. Jahrhunderts. Sie wurde zur Domkirche, als Aalborg 1554 zum Bistum wurde.

Schloss Aalborghus - Aalborg / Dänemark

Schloss Aalborghus – Aalborg / Dänemark

Im Innenhof von Schloss Aalborghus ist der Fachwerkcharakter ganz deutlich zu erkennen - Aalborg

Im Innenhof von Schloss Aalborghus ist der Fachwerkcharakter ganz deutlich zu erkennen – Aalborg

Ein Schloss, das gar nicht wie ein richtiges Schloss aussieht: Das Fachwerkschloss Aalborghus wurde zwischen 1539 und 1555 im Auftrag von König Christian III erbaut und ist hinter einem Erdwall verborgen, in wunderschön grüner Umgebung.

Prachtvolle Architektur: Jens Bangs Stenhus in Aalborg

Prachtvolle Architektur: Jens Bangs Stenhus in Aalborg

Detail der Fassade von Jens Bangs Stenhus in Aalborg

Detail der Fassade von Jens Bangs Stenhus in Aalborg

Jens Bangs Stenhus ist ein im niederländischen Renaissancestil erbautes prachtvolles Wohn- und Geschäftshaus des Kaufmanns Jens Bang. Es stammt aus dem Jahr 1624, aus der Zeit von Christian IV. Während die meisten Häuser der Zeit Fachwerkhäuser waren, ließ Jens Bang sich ein Steinhaus errichten, größer und imposanter als die Nachbarhäuser, und mit einer zur Hauptstraße ausgerichteten Fassade.

Das Alte Rathaus in Aalborg

Das Alte Rathaus in Aalborg

Das Alte Rathaus von Aalborg ist ebenfalls ein ganz prachtvolles Bauwerk, in kräftigem Gelb, das sofort auffällt. Die Jahreszahlen 1759 und 1762 an den Fronten geben die Bauzeit an – Spätbarock bis Rokoko. Das Portal zum Platz Gammel Torv zeigt die Büste des Königs Frederik V, das Reichswappen und die lateinische Inschrift Soli Deo Gloria. Der Bau gilt – gemessen an der Einwohnerzahlt – als das kleinste Rathaus Dänemarks,

Weiter geht es in Richtung Moderne. Das Kulturzentrum Nordkraft hat seinen Standort in einem alten Kraftwerk gefunden. Ein kompakter Bau, der Kunstausstellungen, Konzertbühne, Sportmöglichkeiten, Café und Kino bietet. Hier befindet sich auch Dänemarks höchste Kletterwand.

Musikkens Hus in Aalborg - ein Werk von Coop Himmelb(l)au

Musikkens Hus in Aalborg – ein Werk von Coop Himmelb(l)au

Direkt an der Kailinie am Limfjord fällt die zusammengewürfelte Architektur sofort ins Auge: Musikkens Hus gilt als Glanzlicht moderner Architektur des Büros Coop Himmelb(l)au, das ja auch am Museum Groningen beteiligt war. Auf neun Stockwerken verteilt finden sich vier Konzertsäle und fünf Bühnen, und dazu kommen ein Restaurant und Unterrichträume. Das Aalborger Symphonieorchester ist hier zuhause.

Blickfang Dachlandschaft: Das Utzon Center in Aalborg

Blickfang Dachlandschaft: Das Utzon Center in Aalborg

Das Utzon Center ist das letzte Gebäude, das vom dänischen Architekten Jörn Utzon entworfen wurde. Man ahnt es schon, sobald man das Gebäude von außen sieht: Utzon entwarf auch das Opernhaus in Sidney. Auffällig sind die stark reflektierenden und dramatisch geschwungenen Dächer.

Was mir auffällt: die Straßen in Aalborg sind alle sehr breit, und es parken nur wenige Autos darauf, so dass ich das Gefühl habe, die Straßen gehören wirklich Radfahrern und Fußgängern. Zudem sind die fahrenden Autos unglaublich leise – E-Autos halt. Diese neuartige Technik scheint in Dänemark durchaus zu funktionieren. Ungewohnt, aber sehr angenehm! Zwischen den Häusern sind immer wieder Plätze angelegt, auf denen im Sommer kleine Konzerte stattfinden oder sich Nachbarn zum Musizieren oder auf ein Schwätzchen treffen. Überall gibt es Bänke, Liegestühle oder sonstige Sitzgelegenheiten. Hier wird alles getan, um ein Leben draußen und miteinander möglich zu machen. Ein Aalborger erzählt mir, dass dies eine der Lehren sei, die seine Stadt aus der Corona-Pandemie gezogen hat. Auch wenn Dänen gerne Abstand zu den Mitmenschen haben, ist es doch wichtig, Raum für Begegnungen zu schaffen. Er selbst sitzt dort draußen und strickt an einem Pullover – nach eigenem Entwurf. Das macht den Kopf frei und verschafft ihm eine Pause vom Computerbildschirm, so seine Aussage.

Eine Fassade als Kunstwerk - Aalborg

Eine Fassade als Kunstwerk – Aalborg

Für den Aufschwung Aalborgs in den letzten Jahren ist auch die 1974 gegründete Universität verantwortlich. Sie lockte nicht nur mehr als 20.000 Studierende in den Norden Dänemarks, sondern zog auch zahlreiche Unternehmen an, zum Beispiel aus dem Bereich der Informatik.

Hygge total: Hjelmerstald

Eine der schönsten Gassen in Aalborg ist Hjelmerstald mit den kleinen farbenfrohen Häuschen und dem Kopfsteinpflaster. Wenn es einen Instaspot in Aalborg gibt, dann ist es diese Gasse. Aber nicht weitersagen!

Hjelmerstald - die vielleicht malerischste Gasse in Aalborg

Hjelmerstald – die vielleicht malerischste Gasse in Aalborg

Entstanden ist die Gasse um die Mitte des 17. Jahrhunderts – am südlichen Rand des alten Aalborg befanden sich die Stallungen für die vielen Pferde, die es in der Stadt und vor allem im nahe gelegenen Schloss gab. Archäologische Funden deuten auf eine Bebauung ab dem 12. / 13. Jahrhundert hin.

Blütenpracht im malerischen Hjelmerstald - Aalborg

Blütenpracht im malerischen Hjelmerstald – Aalborg

Spätestens 1682 gab es erste Wohngebäude in Hjelmerstald – das belegen Grundsteuerbescheide. Daneben gab es Läden, kleine Handwerksbetriebe und einfache Wirtshäuser.

Idylle pur: Hjelmerstald - Aalborg

Idylle pur: Hjelmerstald – Aalborg

Die Häuser waren klein, in einfacher Bauweise errichtet und entsprechend günstig, so dass hier mehrheitlich ärmere Menschen wohnten. Im späten 18. Jahrhundert wurden hier Soldaten einer neu gegründeten Garnison angesiedelt. Um 1900 ging es rapide abwärts mit dem Ruf der Straße. Der schlechte Ruf verhinderte, dass man die Gasse aufsuchte, wenn man keinen triftigen Grund hatte.

Ein Platz an der Sonne - Aalborg

Ein Platz an der Sonne – Aalborg

Heute gelten die kleinen und äußerst charmanten Häuser in Hjelmerstald als ein gelungenes Beispiel für den Erhalt alter Bausubstanz, ganz ähnlich wie der Oluf-Samson-Gang in Flensburg. Einige Häuser wurden von der Stadt als wertvoller Bestandteil des Stadtbildes klassifiziert. Sie sind an einer kleinen Plakette auf der Fassade erkennbar. Gentrifizierung natürlich auch hier: Die heutigen Bewohner sind oftmals Künstler, Akademiker oder auch junge Familien.  Von Pferdeviertel zur begehrten Wohngegend…

Farbenfrohe Häuser und üppige Blumenpracht in Aalborg

Farbenfrohe Häuser und üppige Blumenpracht in Aalborg

Streetart in Aalborg

In Aalborg gibt es nicht nur alte Mauern und moderne Architektur zu bewundern: mehr als 80 Streetart-Werke verwandeln die Stadt in ein riesiges Freilichtmuseum. Das erste Werk fällt mir gleich ins Auge, als ich aus dem Bahnhof trete: Olivia and her heart of gold. 600 Quadratmeter groß ist das Werk von Martin Ron auf dem Turm des Aalborger Kultur- und Kongresszentrums. Thema des Murals: Resilienz und die Kraft der Hoffnung in schwierigen Zeiten. Olivia, die das Zentrum der Komposition bildet, blickt dem Betrachter direkt in die Augen, während sie ihren goldfarbenen herzförmigen Ballon umschlungen hält.

´Olivia and her heart of gold´ von Martin Ron - Streetart in Aalborg

´Olivia and her heart of gold´ von Martin Ron – Streetart in Aalborg

Beeindruckend auch Trine des französischen Künstlers Hopare, der  die französischen Nationalfarben geschickt verarbeitet und zugleich eine dänische Tracht darstellt. Auffällig ist der nachdenkliche Blick des Modells, in den man alles hineininterpretieren kann. Hopare hatte vor seinem Besuch in Aalborg das dänische Goldene Zeitalter studiert. Sein Werk ist eine Neuinterpretation eines der Hauptwerke von Ludwig August Smith. Dessen Modell Catrine Nielsen wurde Trine gerufen.

Eine Verneigung von der Goldenen Zeitalter: ´Trine´ von Hopare - Streetart in Aalborg

Eine Verneigung von der Goldenen Zeitalter: ´Trine´ von Hopare – Streetart in Aalborg

Wie geht der Mensch mit der Natur um? Diese Frage stellt der chilenische Künstler Inti Castro sich und uns mit seinem floralen Entwurf Tain Mapu / Our Land. Für Inti sind Dänemark und Chile sich sehr ähnlich in ihrem Bemühen, Natur und Kultur zu schützen. Auch wenn die Entfernung groß ist: beiden Ländern gemeinsam ist der Respekt vor und die Harmonie mit dem bewohnten Land.

´Our land´ von Inti - Streetart in Aalborg

´Our land´ von Inti – Streetart in Aalborg

Um manche Werke zu sehen, muss man auch in Hinterhöfe hineingehen. Das gilt zum Beispiel für Woman von Burnon, der im richtigen Leben Claus Frederiksen heißt. Was für ein Blick!

´Woman´ von Burnon - Streetart in Aalborg

´Woman´ von Burnon – Streetart in Aalborg

Entscheidenden Anteil am der bunten Entwicklung hat die Kirk Gallery, die 2014 mit dem Projekt Out in the Open startete, um die Kunst auf die Straße zu bringen. Die Bewohner und Besucher Aalborgs sollen täglich erleben können, was es heißt, mit Kunst zu leben. Alle Murals sollen etwas erzählen, was mit dem Stadtviertel und den Bewohnern zu tun hat. Und die Galerie bietet eigene Streetart-Touren an – mit der Teilnahme fördert man die Entstehung neuer Werke.

´From Tithe to Taxes´ von Spear - Streetart in Aalborg

´From Tithe to Taxes´ von Spear – Streetart in Aalborg

Poetisch auch From Tithe to Taxes des Belgiers Spear. Tiendeladen war im 16. Jahrhundert ein zentrales Lager für die von das von Bauern gelieferte Getreide und andere Waren – hier wurden die Steuern berechnet. Die historische Bedeutung des Ortes erweckt Spear mit viel Poesie und Symbolik zu neuem Leben.

´The Pyramid´ von Fintan Magee - Streetart in Aalborg

´The Pyramid´ von Fintan Magee – Streetart in Aalborg

The Pyramid von Fintan Magee entstand für WeArt 2014. Ein Mann, der sich auf allen Vieren bewegt, trägt eine schwere Last in Form eines Ölfasses, auf dem ein Kind sitzt. Das Mural ist eine ferne Erinnerung an den Blumenträger des mexikanischen Malers Diego Rivera. Der war übrigens überzeugter Kommunist und mit Frida Kahlo verheiratet.

´The Ugly Duckling´ von Ernest Zacharevic - Streetart in Aalborg

´The Ugly Duckling´ von Ernest Zacharevic – Streetart in Aalborg

Ein Origami-Schwan, gefaltet aus einer dänischen Banknote von 1952 mit dem Portrait des dänischen Nationaldichters Hans Christian Andersen ist das zentrale Motiv des Murals des litauischen Künstlers Ernest Zacherevic aus dem Jahr 2024. Das kleine Mädchen in diesem Nest aus Papier ist ein Hinweis auf die kleine Meerjungfrau, heute ein Touristenmagnet in Kopenhagen. Als sie bei der Weltausstellung in China zu sehen war, kam in Zacharevic die Frage auf, wie ein einzelnes Kunstwerk so zum Symbol für ein ganzes Land werden kann.

Beim Tourismusbüro ist eine Karte zum Thema der Streetart in Aalborg verfügbar. Die Touristiker schlagen drei Routen zwischen zwei und acht Kilometern Laufstrecke vor. Alternativ kann man auch eine App nutzen, um sich zu den Kunstwerken führen zu lassen. Mein Tipp: immer mal wieder den Blick heben oder sich umdrehen, auch einmal in Innenhöfe hineinschauen.

´2020´ von Frida Stil Vium - Streetart in Aalborg

´2020´ von Frida Stil Vium – Streetart in Aalborg

Nicht ganz leicht zu finden ist 2020 von Frida Stil Vium, einer Künstlerin aus Aalborg. Das Werk liegt in einem Hinterhof an der Aalborger Partymeile Jomfru Ane Gade, im Hof von Heidis Bier Bar. 2020 war ein außergewöhnliches Jahr für uns alle, und die Flügel sollen das Coronavirus symbolisieren, die Taube zugleich ein Zeichen der Hoffnung sein. Die dunkle Hautfarbe der Frau lässt einerseits an Frida Kahlo denken und gibt andererseits einen Hinweis auf die Black-Lives-Matter-Bewegung.

Ausflug zur Kunst: Kunsten

Das Kunsten Museum of Modern Art präsentiert dänische und internationale Kunst des 20. Jahrhunderts. Der finnische Architekt Alvar Aalto entwarf das Gebäude als Einheit von Architektur, Design und Kunst. Unterstützt durch den dänischen Architekten Jean-Jacques Barüel machte er sich Gedanken um alle Oberflächen im Inneren sowie Details wie Mobiliar, Lampen, Türen und Treppen. Auch das Licht nutzt er aktiv. Ein Gesamtkunstwerk aus Marmor, Eschenholz, Rotholz, Messing, Leinen und Leder, eröffnet 1972 und von 2014 bis 2016 grundlegend saniert.

Blick vom Skulpturengarten auf das Kunsten Museum of Modern Art in Aalborg

Blick vom Skulpturengarten auf das Kunsten Museum of Modern Art in Aalborg

Zur ständigen Sammlung gehören 4.000 Werke. Gezeigt wird ein Teil davon, dazu Sonderausstellungen. (Un)real zum Beispiel zeigt unter anderem Werke von Ai Weiwei, den ich in Wien schätzen gelernt habe, und Gerhard Richter.

Auch ein Skulpturengarten gehört zum Museum, ebenso von Alvar Aalto entworfen und als Verlängerung des Museumsbesuchs gedacht. Der Water Pavillion von Jeppe Hein aus dem Jahr 2011 ist natürlich ein großer Spaß für Kinder. Ebenso spannend wie rätselhaft ist das Dream Castle von Björn Nörgaard, auf Selzen im Wasser stehend.

The Triangular Sky von Olafur Eliasson - Kunsten, Aalborg

The Triangular Sky von Olafur Eliasson – Kunsten, Aalborg

Mir hat es vor allem The Triangular Sky von Olafur Eliasson angetan – ein Dreieck aus rostfreiem Stahl mit Spiegelungen im Inneren, die Architektur und Natur perfekt verbinden. Eliasson hatte mich ja schon in Aarhus begeistert – großartig, dass ich hier in Aalborg gleich einem weiteren seiner Werke begegne. Der Skulpturengarten ist auch außerhalb der Öffnungszeiten von Kunsten zugänglich.

Kulinarik: Aalborg Streetfood & kreative Törtchen

Eine alte Möbelfabrik ist Heimat des ersten Streetfood Marktes von Aalborg geworden. Der Lärmpegel ist gewaltig, denn es gibt einen großen Bereich für Kinderbespaßung, allerdings auch gemütliche Sitzgruppen, zum Kartenspielen oder für Gesellschaftsspiele. Vestbyen liegt etwas nördlich vom unmittelbaren Stadtzentrum und direkt am Yachthafen. Ein schöner Ausblick beim Essen ist damit garantiert.

Aalborg Streetfood bietet eine kulinarische Reise

Aalborg Streetfood bietet eine kulinarische Reise

Blick auf den Yachthafen von Aalborg

Blick auf den Yachthafen von Aalborg

Wem der Sinn nicht nach einer üppigen Mahlzeit steht, der findet sein Glück garantiert in einem der unzähligen Cafés oder in einer Kaffeerösterei. Die Kreationen der dänischen Patissiers sind eine echte Augenweide und mir ist die Wahl angesichts der Kuchenvitrine im Penny Lane unglaublich schwer gefallen. Hygge total! Hier gibt es nicht nur süße Sachen, sondern auch Frühstück und Lunch.

Fluffiges Rhabarbertörtchen und ein Cappuccino im Café Penny Lane, Aalborg

Fluffiges Rhabarbertörtchen und ein Cappuccino im Café Penny Lane, Aalborg

Gewöhnungsbedürftig für deutsche Besucher sind allenfalls die Öffnungszeiten: viele Café schließen bereits um 17 Uhr. Positiv gesehen: hier können auch die Angestellten von ihrem Feierabend profitieren.

Neugierig geworden?

Wenn ihr mehr über Nordjytland und Aalborg wissen möchtet, dann schaut doch einmal auf der Website von Visit Denmark vorbei. Über die Region informiert Enjoy Nordjylland – sogar in deutscher Sprache. Der Tourismusverband gibt sogar noch Broschüren heraus, die nicht nur informativ, sondern auch ein haptisches Erlebnis sind.

Auf der Haustüre die Liste der Bewohner im Lauf der Geschichte - Aalborg

Auf der Haustüre die Liste der Bewohner im Lauf der Geschichte – Aalborg

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